Was andere über uns sagen - Erfahrungsberichte

Kindern ein Gefühl von Zeit zu vermitteln ist eine Herausforderung, mit der sich Erzieherinnen und Erzieher in ihrem Beruf häufig konfrontiert sehen. Dieser Aspekt war das zentrale Thema des Kurses am Käthe Kollwitz Berufskolleg und zeigte den Studierenden in der hauseigenen Turnhalle, wie man Zeitspannen, Zeitabschnitte, Spieldauer und Zeitformen Kindern vereinfacht durch Bewegungsofferten näherbringen und somit kindgerecht erklären kann.

Der Wahlbereich Bewegung im Bildungsgang für angehende ErzieherInnen am Käthe Kollwitz Berufskolleg erwartete am Freitag, den 11.02.22, die Lerntherapeutin Heike Lamerz von  „NiK (Nervenkitzel ist Kopfsache – Wir regen an. Wir fördern, fordern und trainieren Ihr Gehirn)“. Eingeladen wurde Frau Lamerz von KKB – Lehrerin Gabriele Leitzbach, in Abstimmung mit der Bildungsgangleitung, Frau Hainbuch, zwecks Durchführung eines Kurses zum Thema „Lernen und Bewegung“.

Da spezielle NiK Programme für Menschen mit pädagogisch, pflegerischem Hintergrund, die vermittelnd tätig sind, in der Regel auf mehrere Einheiten oder sogar Tage ausgelegt sind, konnte im Rahmen des dreistündigen Unterrichts selbstredend nur ein Teilaspekt einer Thematik bearbeitet werden.

Kindern ein Gefühl von Zeit zu vermitteln ist eine Herausforderung, mit der sich Erzieherinnen und Erzieher in ihrem Beruf häufig konfrontiert sehen. So machte Frau Lamerz diesen Aspekt zum zentralen Thema des Kurses am KKB und zeigte den Studierenden in der hauseigenen Turnhalle, wie man Zeitspannen, Zeitabschnitte, Spieldauer und Zeitformen Kindern vereinfacht durch Bewegungsofferten näherbringen und somit kindgerecht erklären kann.

Bevor die Studierenden das vorbereitete Bewegungsangebot eigenständig ausprobierten, erläuterte die Lerntherapeutin, dass Kinder im Alter von drei bis vier Jahren erste Vorstellungen von Zeit und Raum entwickeln. Mit fünf Jahren wächst das Verständnis für Zahlen und Mengenbegriffen und somit auch ein klares Zeitgefühl. Und ganz wichtig: Zeit wird immer subjektiv wahrgenommen!

Auch in Kinder- und Jugendbüchern spielt Zeit oft eine große Rolle. Im Kinderbuchklassiker „Einstein mit der Geige“ findet man sogar eine kindhafte Erklärung der Relativitätstheorie beziehungsweise deren Entdeckung. Einstein grübelt über das Problem, warum ihm der Weg zur Arbeit länger erscheint, wenn er zu Fuß geht, als wenn er mit dem Auto dorthin gefahren wird. Das kurze Buch wurde gemeinsam gelesen und in kindgerechten Beispielen an Bewegungsübungen, machten die erwachsenen Studierenden die Probe aufs Exempel und manch einer erhielt durch dieses Erlebnis vielleicht selbst den entscheidenden Anstoß, was es in diesem Buch mit der Relativitätstheorie auf sich hat. Einen Linienlauf wie ein Auto zu absolvieren, laufen wie Autos in den unterschiedlichen Gängen, inklusive Turbo- und Rückwärtsgang, macht Kindern die Relation von Zeit und Geschwindigkeit erfahrbar und verständlicher als „tausend Worte“.

Oftmals werden Kinder im KiTa-Alltag oder im Schulbereich mit Begrifflichkeiten wie: „Später, jetzt, gleich oder sofort“ konfrontiert. Je nach Alter stellt die Differenzierung und somit Einordnung dieser Begrifflichkeiten eine Herausforderung dar. Frau Lamerz zeigte den Studierenden Bewegungseinheiten, die die Kinder dabei unterstützen können, zu erkennen und zu spüren, was es mit diesen Zeitangaben auf sich hat und was Erwachsene tatsächlich damit meinen.

Stellvertretend für die Kinder vergegenwärtigten sich die angehenden ErzieherInnen „am eigenen Leib“, in und mit Bewegungen, Zeiträume und wie unterschiedlich diese empfunden werden können. Wie fühlt es sich an, 20 Sekunden lang auf einer Stelle zu laufen oder durch die Halle zu sprinten? Wie lang kommen einem danach 20 Sekunden vor, wenn Unterarmstütze ausgeführt werden „dürfen“? Je nachdem, wie schwer oder leicht eine Bewegung empfunden wird, können 20 Sekunden schon „sehr lang sein“.

Die angehenden ErzieherInnen waren mit Begeisterung dabei und konnten viele Anregungen für die Praxis in ihren Einrichtungen mitnehmen. Das Ziel von Heike Lamerz- mit Fantasie und viel Spaß zu lernen, wurde vollends erreicht! Diese Veranstaltung zeigte auf, dass viele, mitunter auch kompliziert scheinende Themenbereiche, durch Bewegungseinheiten bzw. Bewegungsangebote, kindgerecht aufgearbeitet werden können. Sie sorgen dann für den nötigen „Nervenkitzel im Kopf“! 

Durchgeführte Veranstaltungen

 NiK  hat durch ein Angebot zum Gedächtnistraining Ü 80 eine mittlerweile feste Gruppe, die SONNTAGSWEIBER  hervorgebracht, sechs Frauen über 80 Jahre, die sich seit fast drei Jahren, jeden Sonntag zum Gedächtnistraining treffen. „Witwe“ war der gemeinsame Nenner, unter dem sie sich zu dieser Gruppe zusammenfanden.  

Jede brachte Ihre Geschichte, Persönlichkeit und Vorurteile bezüglich des Gedächtnistrainings mit. Von „was soll das jetzt noch bringen?“ über „ich mach doch Kreuzworträtsel, das reicht“, bis hin zu „ich kann sowas nicht“ galt es diese Vorurteile aufzubrechen und umzulenken.

Die Struktur und Umsetzung in den Trainingsstunden ist es, die diese Gruppe so begeistert 

und weiterhin miteinander üben lässt :

Ich nehme seit 2 ½ Jahren einmal wöchentlich an einem Gedächtnistraining in einer Gruppe von 5 Frauen teil. Zu Beginn fiel es mir sehr schwer, mich auf die gestellten Aufgaben zu konzentrieren. Manchmal wusste ich gar nicht was ich machen sollte. Durch die sehr abwechslungsreiche, lockere, stets wertschätzende und wohlwollende Art der Trainerin, habe ich mich immer mehr darauf einlassen können. Es ist so interessant auch fachliches Wissen ganz verständlich vermittelt zu bekommen, die Hintergründe und Zusammenhänge werden so einprägsam und kurzweilig erklärt. Ich gehe jedes Mal bereichert nach Hause und hoffe noch lange daran teilnehmen zu können.

Ute

82 Jahre

Gedichte auswendig zu lernen, hat mir immer Spaß bereitet. Damit habe ich mein Gehirn fit gehalten, dachte ich. Die Übungen in der Gruppe zeigten mir deutlich, was ich noch alles im Stande bin neu zu entdecken und anzuwenden. Es ist sehr kurzweilig, lustig und hoch interessant. Toll wie der Austausch in der Gruppe klappt und man lernt die anderen Teilnehmer besser kennen. Es haben sich daraus auch neue private Kontakte ergeben, was in unserem Alter sonst eher nicht vorkommt.

Waltraud

86 Jahre

Es war der Mangel an sozialen Kontakten, der mich zunächst dazu veranlasste an diesem Training teilzunehmen. Ich wollte den Sonntag nicht alleine zu Hause sitzen. Es ist schön mit Gleichgesinnten eine lustige und anregende Zeit zu verbringen. Ich genieße es, meinen Kopf zu benutzen und bin immer wieder überrascht, was ich noch so alles weiß, wie ich doch auf eine Lösung komme.

Marlis

81 Jahre

Erst wollte ich gar nicht an diesem Kurs teilnehmen. Ich hatte keine Vorstellung was das werden soll und wollte mich auch nicht vor den anderen Teilnehmern „blamieren“. Ich hatte das deutliche Bild meiner Schulzeit vor Augen. Durch die lustig, lockere Atmosphäre im Kurs und die abwechslungsreichen Übungen verfliegen die 90 Minuten wie nichts. Die Lustaufgaben bieten mir unter der Woche die Möglichkeit mich alleine zu beschäftigen, wenn ich möchte – wenn nicht, auch nicht schlimm, ist ja eine Lustaufgabe.

Hannelore

85 Jahre

Ich wollte gezielt noch etwas für meinen Kopf tun und suchte nach einer anderen Möglichkeit als „nur“ Kreuzworträtsel zu lösen. Meine Kinder haben mir einen Gutschein für den ersten Kurs geschenkt. Seither buche ich mir  
2 mal im Jahr ein Gedächtnis-training.  Die Herausforderung macht mir Spaß, ich lerne viel Neues kennen und weiß jetzt welche Merktechnik gegen die Angst etwas zu vergessen hilft.

Lisbeth

82 Jahre

Bekannt aus: